Languages spoken: German, Englisch
25.05.2010
Zum Frühstück ein Hörnchen.. ein riiiiiesen Eichhörnchen (ob die sowas hier auch essen, wie die Meerschweinchen in Peru??)
Nach einer sehr ruhigen Nacht ging der Tag recht früh um 6 Uhr los. Nachdem wir ein bisschen verschlafen in die Gegend geguckt hatten und beim Frühstück den Blick auf den verschneiten Berggipfel ausgiebig genossen hatten, stöpselten wie „Werner“ ab und ich bekam meine erste Fahrstunde. Die letzten Tage war ich sehr froh gewesen, dank ständig laufender Nase und Dauergehuste nicht am Steuer sitzen zu müssen, aber nun musste ich das dann doch mal testen.
UND?
UND?
WAR SUPER!
Der "Werner" is so super, der hat sogar eine Kamera hinten am Arsch, die er automatisch anmacht, wenn man rückwärts fährt. Das Bild erscheint dann auf der "Ilse"..tolles Teil, aber manchmal isses doch besser, wenn man aussteigt und sich einweisen lässt.
Der „Werner“ schwimmt zwar ohne Ende und man sitzt hinter dem Steuer, wie man es manchmal in Filmen sieht, wenn die Darsteller in einem Auto so „tun-als-ob-sie-fahren“ und dabei wie wild das Lenkrad hin und her drehen, aber so „mit-ohne-Gangschaltung“ isses auch echt erholsam. Dank dusseligen Navi „Ilse“ musste ich auch direkt auf die Autobahn und dann nach der ersten Abfahrt wieder zurück, weil Ilse nich aufgepasst hatte. Naja, war garnich schlimm, man darf sich eben nur nich stressen lassen, weil sonst wir aus dem Schwimmen ganz schnell ein Fliegen und dann wird’s gefährlich. Bei den ewig laaaaangen und graaaaaden Straßen ist ein Tempomat übrigens dringend erforderlich, da man sonst nach wenigen Kilometern automatisch einpennt. Furchtbar!! Ich war froh drüber, dass wir einen haben und fuhr von Rosedale bis nach Surrey zum dortigen „Safeway“ um den Kühlschrank aufzufüllen. Auf dem Parkplatz brüllte ich Stefan hinterher „Hey, die haben hier auch WLAN!“, und prompt wurden wir an den Einkaufswagen von einer Kanadierin auf Deutsch angesprochen. Sachen gibt’s! Da kommt man dann auch richtig mit den Leuten ins Gespräch, weil die sich so freuen, mal wieder Deutsch zu sprechen und garnicht mehr aufhören zu quasseln. Sie erzählte, dass sie erst während des Vulkanausbruches vor ein paar Wochen in Deutschland in Bielefeld war, weil ihr Mann dort aus geschäftlichen Gründen hin musste, aufgrund der "Arschwolke" konnten sie dann noch sechs Tage länger dort bleiben. Anschließend waren sie noch in Speyer, dort hatte ihre Mutter mal gelebt, anscheinend eine Deutsche, von der sie die Sprache gelernt hat. Sie war wirklich sehr nett und half uns dann noch mit dem Einkaufswagen, weil wir mal wieder eine falsche Münze zur Hand hatten und schenkte uns 0,25 C$.
Dann enterten wir den Supermarkt und tasteten uns durch die Regale zur Kasse. Mittendrin hörten wir schon wieder Deutsche, in meiner Faszination blieb ich gleich stehen und quatschte die Frau an. Ich hätte es dann doch lieber sein lassen sollen… Ehrlich! Ich sagte im Vorbeigehen sowas wie „Oh, noch mehr Deutsche!“ Und bekam dann zu hören, dass der ganze Supermarkt grade voller Deutscher sei, weil sie grade angekommen wären, zu 16t !! mit 8 Wohnmobilen!! Ich dachte ich kipp um!
Ab dem Zeitpunkt haben wir sehr gut verstanden, warum Axinia und Björn im Supermarkt nicht (offensichtlich) deutsch sprechen. Manchmal isses einem auch echt ein Graus! Vor allem, weil wir bis dahin nur Deutsche hier gesehen haben, die zwischen 50-70 Jahre alt sind also so gar nicht unsere Altersgruppe und sich dann echt wie am Ballermann benehmen und ihrem Heinz durchn ganzen „Safeway“ hinterher brüllen…
Unsere Dosis „Deutsch“ war nun für den Tag echt gedeckt und wir gingen zur Kasse. Dort kamen wir das erste Mal in den Genuss des Kassenservices eines kanadischen Supermarktes. Die Kassiererin packte alles vorsichtig nach dem Scannen in Tüten und fragte dann noch, ob wir Hilfe bräuchten um es einzuladen. ÄH..jaaaa..also wirklich..wir kamen uns beinahe etwas überbetüddelt vor und bedankten uns und verließen mit verstörten Gesichtern den Laden. Im Rausgehen benutzte ich noch eines der tollen „Healthy Hands“ Desinfektionsdingern, die hier ÜBERALL hängen. Es ist wirklich unglaublich, denn gestern entdeckten wir so etwas sogar in einem öffentlichen Plumpsklo, nachdem wir bei dem Wohnmobilverleih an jeder Kasse und im Supermarkt an den Ein- und Ausgängen welche gesehen hatten. Irgendwie schräg.
Der Stefan und der "Werner" aufm Safeway-Parkplatz ins Surrey.
Auf dem Parkplatz mampften wir dann im RV schnell noch ein paar Bagels und Brötchen und dann ging es weiter Richtung Tsawwassen und Fährhafen gen Vancouver Island, weg von den „Scheisedeussen“ (sagt Bob, der Däne). Gegen 14 Uhr kamen wir dort an und mussten auf die nächste Fährfahrt um 15 Uhr warten. Wir zahlten für die Überfahrt mit RV ca. 69C$ und reihten uns in die Schlange der übergroßen Vehikel ein. Prompt wurde unsere Dosis „Deutsch“ noch erhöht, die Broschüre zum Abschalten der RV Gasversorgung bekamen wir zweisprachig ausgehändigt (Deutsch-Englisch), OHNE das wir verraten hatten woher wir kommen… Very unheimlich, sag ich da nur!
Auf dem Parkplatz mampften wir dann im RV schnell noch ein paar Bagels und Brötchen und dann ging es weiter Richtung Tsawwassen und Fährhafen gen Vancouver Island, weg von den „Scheisedeussen“ (sagt Bob, der Däne). Gegen 14 Uhr kamen wir dort an und mussten auf die nächste Fährfahrt um 15 Uhr warten. Wir zahlten für die Überfahrt mit RV ca. 69C$ und reihten uns in die Schlange der übergroßen Vehikel ein. Prompt wurde unsere Dosis „Deutsch“ noch erhöht, die Broschüre zum Abschalten der RV Gasversorgung bekamen wir zweisprachig ausgehändigt (Deutsch-Englisch), OHNE das wir verraten hatten woher wir kommen… Very unheimlich, sag ich da nur!
Unauffällig checkten wir den kompletten „Werner“ nach eine versteckten Deutschlandfahne ab und dachten uns dann, dass es wohl an dem „Go West“ Verleih liegen muss. Wahrscheinlich is schon kanadaweit bekannt, dass aus den Dingern nach dem Öffnen Deutsche raushüppen!
Irgendwo hinter den Wolken, da sind auch schneebedeckte Berge..
Relativ entspannt ging es dann auf die Fähre, was bedeuten soll, wir waren entspannt. Das Wetter leider auch, denn es ließ sich leider etwas träge hängen und sorgte mit tiefen Wolken und etwas Nieselregen für mieses Fotowetter. Um dem gleich vorzugreifen, die ersten Touristen, denen wir auf der Fähre begegneten waren wirklich Asiaten! Die zweiten leider….wie sollte es an einem solchen Tage sein, DEUTSCHE. Die dritten übrigens auch..und die vierten auch, der fünfte kriegte mit wie ich mich mit Stefan darüber auf DEUTSCH unterhielt und sagte nur: „Oh, you are from Germany? Guten Tag!!“ AAAAAAARGH! Es lag wirklich ein Fluch auf uns! Da es ein wirklich seltsamer Mann war, gingen wir einfach sehr interessiert wirkend auf die andere Schiffseite und er trollte sich davon.
Blööödes Wetter, ich wollte doch SONNE, Strand und Meer.. und nicht WOLKEN,WIND und REGEN, Strand und Meer. hmpf.
Die weitere Überfahrt vermieden wir jeden weiteren Kontakt zu Passagieren, wahrscheinlich weil wir einfach zu viel Angst vor einer großen Busreisegruppe aus Wanne-Eickel hatten!
Um 16:45 Uhr kamen wir in Sidney auf Vancouver Island an und beschlossen nach wenigen Kilometern zunächst das Touristinfo zu besuchen um abzuklären, wo man am besten Whale Watching machen kann, welchen Campingplatz wir nehmen können, ob sie dort anrufen können wegen Platz und Reservierung und vor allem, was man sich am besten ansieht, wenn man nur 3-4 Tage hier auf der Insel ist. Das Touristbüro in Sidney hat ungefähr eine Größe von 30 qm und liegt direkt an der Straße die zur Fähre geht. Leider war sonst niemand auf die Idee gekommen dort anzuhalten, so dass sich die vier anwesenden Mitarbeiter (drei Damen und ein Herr)auf uns stürzten. Da wir 5 Minuten vor Geschäftsschluss dort aufschlugen dachten wir uns nicht weiter was dabei, vielleicht wollten sie uns einfach nur möglichst schnell noch vor Feierabend"abfertigen". Im Lauf der ersten 3 Minuten lief alles gut, bis wir gefragt wurden woher wir denn kommen würden. „From Germany!“ NEIN! Wir hätten uns echt irgendein anderes Land aussuchen sollen…denn grade an diesem Tag hatte ein neuer Student als Aushilfe angefangen, der ...na? ...DEUTSCH konnte… *heul* SO, kann mein Englisch auch nich besser werden! Alle vier quasselten nett, aber teilweise überbemüht auf uns ein, nach 15 Minuten hatten sie anscheinend vergessen, dass wir nur 3-4 TAGE auf Vancouver Island bleiben wollten und nicht 3-4 WOCHEN. Die Luft in dem Laden stand und bei min. 23 Grad Raumtemperatur trugen die Mitarbeiter auch noch Wollpullis. Irgendwann berichtete die eine Tante dann das sie im nächsten Jahr nach Deutschland kommt und fragte, was man sich den da unbedingt ansehen müsste. OJEEEEE! ÄHH..Jaaa.. und was ist denn typisch deutsches Essen?? Hmm.. also naja es gibt wohl eher nur so typisch europäische Küche… Ich glaube wenn man einfach gesagt hätte, die essen eigentlich das gleiche nur die Portionen sind kleiner, wäre es doch zu unhöflich gewesen. ABER! Wir hätten dort nicht 45 Minuten verbracht, sondern vielleicht nur 25 Minuten. Denn so wurde noch auf dem Campingplatz angerufen und uns dann auf drei verschiedenen Karten der Weg dorthin erklärt (Ja, wir waren auch zu höflich um denen zu sagen, dass wir ein Navi haben!)
Wir verließen das Touristinfo dann mit einem Arm voller Prospekte, durchgeschwitzten Klamotten und schwirrendem Kopf, da die ganze Zeit zweisprachig aus allen Rohren auf uns eingequasselt wurde. „Voll die Tantensauna!“ rief ich lachend zu Stefan rüber als wir kichernd ins Auto stiegen. Wirklich ein sehr lustiges Erlebnis! Aber sie waren mehr als nett und wirklich seeeeehr bemüht und haben uns richtig tolle Tips für eine alternative Route geben können, die nicht so lang ist wie die von uns vorher geplante.
Der "Westbay Marina Campground"..mit Blick auf die Skyline Victorias. Sauschön!
Nun ging es weiter nach Victoria, der Hauptstadt von British Columbia. Unser Campingplatz ist zwar auch dieses Mal nicht günstig, aber man sollte die 47C$ für einen Stellplatz direkt am Wasser doch ausgeben. Es lohnt sich, zumal hier nur wenige Meter vom Ufer sich ganze Familien Seeotter tummeln und man einen wunderbaren Blick auf die Berge und die Skyline von Victoria hat.
Die Seeotter..wenn sie noch auch noch auf Deutsch ein "Guten Abend" rüber gerufen hätten..wirklich, uns hätte nichts mehr gewundert!!
Vom „Westbay Marine Village“ gehen Wassertaxis direkt nach Downtown in die City, pro Station kostet die Fahrt 5 C$. Gerne hätten wir den Ausflug heute noch gemacht, aber als wir endlich auf dem Platz ankamen, war es schon 19 Uhr und der Magen knurrte erbärmlich.
Das Wassertaxi, dessen kanadische Flagge fast größer ist als das ganze Boot!!
Während Stefan sich um die Verkabelung von „Werner“ kümmerte schmiss ich Kartoffeln an und ein Stück kanadisches Rind in die Pfanne. Das und Salat mit Blick auf die Bay und dazu gabs dann auch die neidischen Blicke der Nachbarn, die sich mit zwei Dosen Cola und einer Pizza aus ihrem kleinen RV geschält hatten.
Ein Stückchen "Werner", ein Stückchen Rind und ein Stückchen von Amerika hinter den Wolken im Hintergrund ist nämlich der "Olympic National Park" im Bundesstaat Washington.
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