Dienstag, 11. September 2012

Tom und die "Dicke Katze"



Ich weiss nicht mehr wann und aus welchem Anlass, aber einst bekam ich von meiner "Oma Hameln" eine dicke, selbstgenähte Katze geschenkt.
Wie die meisten Katzen saß sie früher bei mir bräsig in einer Ecke. Zum Spielen war sie oft einfach zu groß. Behäbig, könnte man auch sagen.
Deswegen saß sie da irgendwo rum, schaute in die Gegend und ließ es sich gut gehen.

Einige Zeit später landete sie mit anderem Spielzeug und Kuscheltieren auf dem Dachboden, da mein Zimmer viel zu klein für all die Sachen war. Auf dem muckeligen Dachboden wohnte die Katze bestimmt für 20 Jahre. Bis sie wieder ans Tageslicht kam, wir uns in die Augen sahen und gleich wiedererkannten.
Sie machte eine längere Autofahrt. Wahrscheinlich erst die zweite ihres Lebens ( Katze kotzte nicht. Keine Katzekotze, Reinhild!).

Von nun an saß sie in einem warmen muckeligen Häuschen, als warme muckelige Erinnerung an warme muckelige Umarmungen und so vieles auf unserem Sofa.

Bis, ja bis eines Nachmittages das Kind auf dem Sofa schlafend die Augen aufschlug und DIE Dicke Katze erblickte. Gesehen hatte er sie vorher schon, aber erkannt hatte er sie erst in diesem Augenblick.

Seitdem teilt er seine Liebe auch mit der Katze.
Sie wird geherzt und getragen ( Tom trägt Katze, Mama trägt Tom), muss aus seinem Fläschen trinken und Pflaumen essen, wird auf den Boden gelegt und als Sitzkissen benutzt oder geknuddelt und muss mit Auto fahren.
Ich setzte sie dazu auf Toms Schoß und sagte:" Du musst Katze auch sagen, was wir jetzt machen wollen!"

Und Tom beugte sich vor und fasste der Dicken Katze an die Pfote und erklärte mit einem Nicken: "Aula Auto!"*


*Aula=Paula=Katze


Ich mag den Kleinen.
Und die Dicke Katze auch.


Hachz!




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