Manchmal kann die Zeit bis zum nächsten Tag einem vorkommen, wie fast eine ganze Woche lang.
;-)
Also des Rätsels Lösung (wobei es glaube ich eh alle erraten haben): Letzte Woche hatten wir zwei kleine Fledermäuse zu Besuch.
Also eigentlich können sie uns ja gar nicht besuchen, weil sie wohnen (wie wir jetzt wissen) auch mit unter diesem Dach. Aber im Garten "abhängen" war bis dato eigentlich ein Privileg der ungeflügelten (bis auf Tinte und Johann, die beiden Zwitscherchen-R.I.P.) Mitbewohner dieses Hauses. Letzte Woche entdeckten wir beim in der Sonne brutzeln eine kleine Fledermaus in ca. 10 cm Höhe an der Hauswand.
Ojeee, was nun?
Die arme Fledermaus kletterte höher um in den Schatten der Markise zu kommen und wir telefonierten erst mal mit dem netten Herrn vom NABU-Münster bzw. seiner Frau, die für Fledermäuse im Raum Münster zuständig sind.
Fridolin auf Entdeckungstour
Fledermäuse sind schlanke Tierchen, denen reichen manchmal Millimeter um sich irgendwo durchzuzwängen!
Fridolin war währenddessen die Mauer hochgeklettert, da die Sonne hinter Wolken verschwunden war, krabbelte unter der Katzenplattform durch Richtung Giebel, wo er panisch hin und her kletterte und irgendwas zu suchen schien.
Als die Sonne wieder hervorkam wagte er den Abstieg und hatte sich dann im Erdgeschoss eine Fensterbank ausgesucht wo er sich in eine kleine schattige Ecke kauerte. Laut Experten war es der Fledermaus im Nest zu warm geworden, oder sie war beim Umzug des Nestes verloren gegangen. Wir sollten den kleinen "Fridolin" vor der Sonne schützen, in einen Karton packen und mit Wasser versorgen. Abends sollten wir den Karton erhöht aufstellen und warten ob die Mutter es wieder einsammeln kommt, denn laut telefonischer Beratung sollte es sich um ein Zwergfledermausbaby handeln. Bis zum Telefonat waren wir gut damit beschäftigt gewesen, die vier Katzen und ihre unzügelbare Neugier im Zaum zu halten und Fridolins neuer Platz auf der Fensterbank war alles andere als "katzensicher".
Fridolin Fledermaus
Also flugs rein in die Gummihandschuhe (Fledermäuse können Tollwut übertragen, also schöööön vorsichtig sein!), einen Karton geschnappt und den Fridolin von der Fensterbank gepflückt. Mit einem kleinen Teelöffel versorgten wir ihn mit Wasser und deponierten in Sicherheitsabstand zu den Fellmonstern im Schatten um auf die Dunkelheit zu warten.
Ich hab die kleine Fledermauszunge gesehen!
Neeee wat nieeeedlich!
Neeee wat nieeeedlich!
Abends als Stefan kam, gabs noch eine Runde Wasser und eine Anti-Milben-Behandlung. Scheinbar war der Fridolin schon mal auf dem Boden des Nestes gelandet und hatte sich dort ein paar (=hunderte) wuselnder Milben eingefangen. Normalerweise haben Fledermäuse wohl keine Milben, denn die Mütter entfernen diese bei ihren Babys. Mit einem befeuchteten Wattestäbchen gings ans Werk und Fridolin hätte, wenn er eine Katze wäre, sicherlich angefangen zu Schnurren, denn das Abputzen seines feinen Fells gefiel ihm sichtlich gut. Nun mussten wir nur noch bis ca. 22 Uhr warten um Fridolin zu seiner Familie zu bringen. Gegen halb zehn gingen wir runter und fanden auf dem Weg zur Terrasse gleich noch eine etwas kleinere Fledermaus direkt auf dem Boden.
Frida guckte komisch in die Gegend, während Fridolin hektische Runden im Karton drehte.
Die Fledermaus wirkte sehr erschöpft und hatte sich tagsüber wohl im Schatten versteckt gehalten. Wir packten sie mit in Fridolins Wohnkarton, stellten sie ihm als "Frida" vor und versorgten sie ebenfalls mit Wasser, das sie gierig in Tropfen vom Löffelstiel trank.
Fl
Anschließend setzten wir beide in eine Wäschewanne die wir auf einen kleinen Tisch in die Mitte des Gartens stellten, damit die Mama sie einsammeln konnte.
Ob wir den Rasen auch mal mit Wasser füttern sollten??
Ich glaube das Blau der Wäschewanne machte sie ganz rammdösig, denn nach kurzer Zeit hatten die beiden sich unter dem Papier verkrochen.
Blauer Deckel trifft auf blaues Muster trifft auf blaue Wanne trifft auf blaue Stunde...
(@Reini&Gunnar...schade das wir nicht in Essen wohnen!)
(@Reini&Gunnar...schade das wir nicht in Essen wohnen!)
SO konnte niemand sie finden!!
Das Fledermausnest hatten wir jedoch schon entdeckt, denn bereits am Abend zuvor waren uns die extrem dicht fliegenden Fledermäuse am Balkon aufgefallen und passend zur Dämmerung flogen sie nun aus einem kleinen Schlitz am südlichen Dachüberstand.
Eigentlich brauch der Kater sich demnächst nur noch auf die Plattform legen und den Mund aufmachen...da fällt sicherlich nochmal was runter ;-)
Als es kühler wurde und keiner der anderen Fledermäuse sich für Frida und Fridolin interessierte packte Stefan kurzentschlossen die Wanne und wir beschlossen die beiden unterhalb des Nestes an die Hauswand zu "hängen". Vom Balkon aus ging das ziemlich problemlos und Fridolin marschierte direkt los um nach kurzer Zeit im Fledermausritzchen zu verschwinden. Frida zierte sich noch (Jaja, typisch Mädchen, oder was??), scheinbar war sie etwas an der einen kleinen Kralle verletzt. Als sie keine Anstände machte sich zu bewegen und im wahrsten Sinne des Wortes fledermausmäßig den Kopf hängen ließ, traten wir den Rückzug an. Bevor wir uns ins Haus zurück zogen sahen wir noch wie Fledermäuse immer wieder einen Bogen über den Balkon flogen und Fridas Rufe gehört hatten.
Titel: Das Fledermaus-Haus
fachliche Kommentare: Dr. Stefan und (Klein-)Martina
fachliche Kommentare: Dr. Stefan und (Klein-)Martina
Am nächsten Morgen zeugten nur noch kleine Kackwürstchen auf dem Balkon von der Rettungsaktion und Frida war verschwunden.
Vorgestern fanden wir dann auf dem Gehweg vor dem Nachbarhaus eine getrocknete größere Fledermaus. War das vielleicht die Mama von Frida oder Fridolin?
(Übrigens wäre mir das ja nie passiert! Eine tote Fledermaus nur wenige Meter von der Schule entfernt und niemand hat sie entdeckt! An so was konnte ich noch nie vorbei laufen auch dieses Mal nicht und so wurde sie ausgiebig bestaunt und dann fachgerecht im Biomüllhimmel entsorgt.)






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